Ausbildung in Systemischer Therapie nach Bert Hellinger
Die phänomenologische Familienarbeit nach Bert Hellinger beschäftigt sich mit den Ordnungsprinzipien und den Ausgleichsprozessen in Familiensystemen. Ist die Ordnung eines Familiensystems intakt, fühlen sich die Familienmitglieder einander verbunden und sind frei, das eigene Leben zu leben. Ist die Ordnung jedoch gestört, führt dies zu Ausgleichsprozessen innerhalb des Familiensystems. Diese Ausgleichsbewegungen sind zutiefst unbewusst und bewirken, dass sich einzelne Familienmitglieder in das Schicksal ihrer Ahnen verstricken. Die betroffenen Familienmitglieder fühlen sich in ihrem Leben beeinträchtigt oder leiden, ohne dass eine Ursache hierfür in der persönlichen Lebensgeschichte zu finden ist. Für diese systemischen Störungen bietet die Phänomenologische Familienarbeit effektivste und tiefgreifende Lösungen.
Ziel der Ausbildung
In vier Seminarblöcken werden die Wissensgrundlage und Handlungskompetenz vermittelt, die ein selbsständiges Arbeiten mit systemischen Familienaufstellungen ermöglichen. Das theoretische Wissen und die praktischen Fähigkeiten werden hierbei in einzelnen Modulen unterrichtet und im Verlauf der Ausbildung zu einer komplexen Handlungskompetenz integriert. Zu diesem Lernprozess gehört für die TeilnehmerInnen auch das Lösen eigener systemischer Verstrickungen. Die hierdurch entstehenden Lösungs- und Klärungsprozesse tragen wesentlich zum Aufbau der notwendigen systemsichen Klarsicht bei.
Ein weiteres Ausbildungsziel besteht in der Integration von systemischer Arbeit und individualtherapeutischen Ansätzen, namentlich dem NLP. Hierbei geht es im Wesentlichen um zwei Fragen.
Wann gehe ich von individueller zu systemischer Arbeit über?
Wie lassen sich Module der systemsichen Arbeit in die NLP-Arbeit integrieren, beispielsweise systemischer Re-Imprint, Arbeit mit Glaubenssätzen usw.
Zertifizierung
Neben der Teilnahme an der Ausbildung haben die TeilnehmerInnen die Möglichkeit, sich nach den Standards der CNLPA zertifizieren zu lassen. Voraussetzung dafür sind mindestens zwei Aufstellungen, die sie von Anfang bis Ende geleitet haben, und bei denen sie demonstriert haben, dass sie in der Lage sind, die wesentlichen Dynamiken zu erkennen und selbstständig Lösungen zu finden.
Ausbildungs - Inhalte
Einleitungsinterview führen
Gefühlskategorien erkennen und zuordnen
Entscheidungsfindung: individualtherapeutisch oder systemisch arbeiten
Systemisch relevante Informationen erfragen
Fragetechnik um Ermitteln des eigentlichen Anliegens
Erstellen eine Genogramms
Familiengeschichte bezüglich Abstammung, Zugehörigkeit und relevante Ereignisse grafisch darstellen lernen
Hypothesen bilden und überprüfen
Ausgehend vom Einleitungsinterview und Genogramm erste Hypothesen bilden, welche systemischen Dynamiken für die Symptome relevant sein könnten
Topologische Aspekte der Aufstellung und Ihre Bedeutung für die Hypothesenbildung
Einbeziehung der verbalen und nonverbalen Rückmeldungen der Stellvertreter in die Hypothesenbildung
Testen der Dynamiken in der Aufstellung und Reformulierung der Hypothesen
Interventionsmodule
Für die wesentlichen Verstrickungen, die in Familiensystemen vorkommen, wurden Module entwickelt, wie diese Verstrickungen durch Umstellung der Stellvertreter und Wordings aufgelöst werden können, wie: Triangulierung/Parentifizirung, Nachfolge, Ausgleich von Geben und Nehmen, Identifikation, Ehre geben, Fremdgefühle zurückgeben, Anmaßung auflösen, Rangfolge klären, den eigenen Platz finden und vieles mehr.
Eigene systemische Verstrickungen klären
Jeder Teilnehmer hat mehrfach die Möglichkeit, sowohl sein Herkunftssystem als auch sein Gegenwartssystem aufzustellen, um die eigenen systemischen Verstrickungen weitgehend zu klären. Dies ist die unbedingte Voraussetzung, um selbst klar und einfühlsam Aufstellungen leiten zu können.
Differenzialdiagnostik
Wann sollte systemsich gearbeitet werden und wann individualtherapeutisch
Innere Haltung beim Leiten der Aufstellung:
Wahrnehmen der Systemenergie bei gleichzeitigem Abgrenzen gegen Veränderujngskräfte des Systems
Systemisches Arbeiten in der Einzelarbeit
Integration systemischer Module in individualtherapeutische Interventionen, wie Rückgabe von Fremdgefühlen, Auflösung von Triangulierung usw.
Arbeit mit Bodenankern oder Figuren
Arbeiten in der Vorstellungswelt des Klienten
Skriptanalyse, Glaubenssatzarbeit und Familienstellen
Einführung in die Skriptanalyse als Vermittlungsglied zwischen individualtherapeutischer Glaubenssatzarbeit und systemischer Familienarbeit.
Ausblick in weitergehende Anwendungen
Systemisches Arbeiten in Organisationen und größeren Systemen wie politischen Aufstellujngen, Arbeiten mit ethnischen Konflikten u.Ä.
Weitere Inhalte
Einbettung der Phänomenologischen Familienarbeit in die gegenwärtige Therapieszene
Seminarort: Raum Wiesbaden
Ratenzahlung ist möglich.
Anmeldeschluss: